Krankenkasse BKK ProVita meldet deutlich mehr Impfnebenwirkungen als das Paul-Ehrlich-Institut

Der BKK ProVita zufolge gibt es weitaus mehr Impfnebenwirkungen als bisher bekannt. Die Krankenhasse hat Millionen von Versichertendaten analysieren lassen und kommt zu weitaus höhere Zahlen als das Paul-Ehrlich-Institut, das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel.

Der Vorstand der Krankenkasse BKK ProVita, Andreas Schöfbeck, hat sich in einem Brief an das Paul-Ehrlich-Institut gewandt. Schöfbeck spricht von einer “erhebliche[n] Untererfassung der Impfnebenwirkungen”.

Die BKK ProVita hat vor allem bei diesen ICD-10-Codes auffällige Diagnosen festgestellt, die auf unerwünschte Nebenwirkungen von Impfstoffen hinweisen: T88.0: Infektion nach Impfung [Immunisierung]; T88.1: Sonstige Komplikationen nach Impfung [Immunisierung], anderenorts nicht klassifiziert; Y59.9: Komplikationen durch Impfstoffe oder biologisch aktive Substanzen; und U12.9: Nach der Impfung gegen das Corona-Virus SARS-CoV-2 sind eine oder mehrere unerwünschte Nebenwirkungen aufgetreten.

Allein bei den BKK-Versicherten habe es vermutlich 400.000 Arztbesuche wegen Impfkomplikationen gegeben, so Schöfbeck. “Hochgerechnet auf die deutsche Gesamtbevölkerung wären das drei Millionen.”

Krankenkasse BKK ProVita meldet deutlich mehr Impfnebenwirkungen als das Paul-Ehrlich-Institut
Quelle: BKK ProVita

Die Krankenkasse hat ein PDF-Dokument mit Auswertungen und geschätzten Zahlen veröffentlicht. Die Daten repräsentieren 10.937.716 versicherte Deutsche, mehr als 13% des Landes. Die Zahlen des Paul-Ehrlich-Instituts bilden das gesamte Jahr 2021 ab, die Daten der BKK ProVita ca. 2,5 Quartale. Dies ist somit ein äußerst unvollständiges Bild der Nebenwirkungen des Impfstoffs, da ein Großteil der Auffrischungskampagne hier nicht berücksichtigt wurde.

Anbei der komplette Brief von BKK ProVita Vorstand Andreas Schöfbeck an das Paul-Ehrlich-Institut:

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Cichutek,

das Paul Ehrlich Institut hat mittels Pressemitteilung bekannt gegeben, dass für das Kalenderjahr 2021 244.576 Verdachtsfälle für Impfnebenwirkungen nach Corona Impfung gemeldet wurden. Die unserem Haus vorliegenden Daten geben uns Grund zu der Annahme, dass es eine sehr erhebliche Untererfassung von Verdachtsfällen für Impfnebenwirkungen nach Corona Impfung gibt. Dazu füge ich meinem Schreiben eine Auswertung bei. Datengrundlage für unsere Auswertung sind die Abrechnungsdaten der Ärzte. Unsere Stichprobe erfolgt aus dem anonymisierten Datenbestand der Betriebskrankenkassen. Die Stichprobe umfasst 10.937.716 Versicherte. Uns liegen bisher die Abrechnungsdaten der Ärzte für das erste Halbjahr 2021 und circa zur Hälfte für das dritte Quartal 2021 vor. Unsere Abfrage beinhaltet die gültigen ICD-Codes für Impfnebenwirkungen.

Diese Auswertung hat ergeben, obwohl uns noch nicht die kompletten Daten für 2021 vorliegen, dass wir anhand der vorliegenden Zahlen jetzt schon von 216.695 behandelten Fällen von Impfnebenwirkungen nach Corona Impfung aus dieser Stichprobe ausgehen. Wenn diese Zahlen auf das Gesamtjahr und auf die Bevölkerung in Deutschland hochgerechnet werden, sind vermutlich 2,5-3 Millionen Menschen in Deutschland wegen Impfnebenwirkungen nach Corona Impfung in ärztlicher Behandlung gewesen. Das sehen wir als erhebliches Alarmsignal an, das unbedingt beim weiteren Einsatz der Impfstoffe berücksichtigt werden muss. Die Zahlen können in unseren Augen relativ leicht und auch kurzfristig validiert werden, indem die anderen Kassenarten (AOKen, Ersatzkrankenkassen etc.) um eine entsprechende Auswertung der ihnen vorliegenden Daten gebeten werden. Hochgerechnet auf die Anzahl der geimpften Menschen in Deutschland bedeutet dies, dass circa 4-5 % der geimpften Menschen wegen Impfnebenwirkungen in ärztlicher Behandlung waren.

In unseren Augen liegt eine erhebliche Untererfassung der Impfnebenwirkungen vor. Es ist ein wichtiges Anliegen die Ursachen hierfür kurzfristig auszumachen. Unsere erste Vermutung ist, dass, da keine Vergütung für die Meldung von Impfnebenwirkungen bezahlt wird, eine Meldung an das Paul Ehrlich Institut wegen des großen Aufwandes vielfach unterbleibt. Ärzte haben uns berichtet, dass die Meldung eines Impfschadenverdachtsfalls circa eine halbe Stunde Zeit in Anspruch nimmt. Das bedeutet, dass 3 Millionen Verdachtsfälle auf Impfnebenwirkungen circa 1,5 Millionen Arbeitsstunden von Ärztinnen und Ärzten erfordern. Das wäre nahezu die jährliche Arbeitsleistung von 1000 Ärztinnen und Ärzten. Dies sollte ebenso kurzfristig geklärt werden. Deshalb ergeht eine Durchschrift dieses Schreibens auch an die Bundesärztekammer und die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Der GKV-Spitzenverband erhält ebenso eine Abschrift dieses Schreibens mit der Bitte entsprechende Datenanalysen bei sämtlichen Krankenkassen einzuholen.

Mit freundlichen Grüßen,

Andreas Schöfbeck

Vorstand 

Quelle: BKK ProVita

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